Das enge Band,
das Treviso mit
Venedig
verbindet, ist
unschwer an
den Ortsnamen
zu erkennen:
Die Wasserverbindung,
die
den Handelsverkehr zwischen dem ländlichen
Gebiet und der Hauptstadt der Serenissima
Repubblica ermöglichte, trug den
Namen Buranelli".
Man glaubt nämlich,
dass die Fischer der gleichnamigen Laguneninsel
sich genau an den Ufern niedergelassen
hätten, die nun zu den charakteristischsten
Winkeln der Stadt zählen.
Der heutige Standort der Pescheria" geht
auf die Herrschaft der Habsburger zurück:
1856 beschlossen nämlich die Österreicher,
einige kleine Inseln des Cagnan Grande zu
verbinden, um Platz für den Fischmarkt zu
schaffen, der mit seiner farbenprächtigen
Atmosphäre im Schatten der Roßkastanien
noch immer das städtische Bild belebt.
Das gleiche Gebiet ist von Marktständen mit
Obst und Gemüse geprägt, die zusammen
mit den Geschäften und Lokalen den
Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens
von Treviso bilden. "Là dove Sile e Cagnan
s'accompagna" (etwa: dort, wo Sile und
Cagnan sich paaren"): mit diesen Worten
aus dem "Paradies" Dantes möchten wir das
Bauwerk umschreiben, das aufgrund der
zahlreichen Schwierigkeiten, die während
seiner Errichtung überwunden werden
mussten, als Brücke des Unmöglichen"
bezeichnet wurde.
Sie wurde im Jahre 1865
nach dem größten Dichter Italiens benannt
und befindet sich dort, wo das klare Wasser
des Flusses Sile mit den trüberen des Kanals
Cagnan zusammenfließt.
An diesen Ufern
befinden sich die Squeri", das heißt die
Werkstätten, in denen früher die Boote
gebaut wurden, die für den Warenaustausch
mit Venedig verwendet wurden.
Die Städtischen
Museen von
Treviso beherbergen
Werke von
außerordentlicher
Bedeutung, auf
die man in Treviso
besonders stolz
ist.Die Kirche
Santa Caterina aus dem 14. Jh. mit dem Kloster
der Serviten im Nebengebäude stellen den
Hauptbau des Museums dar.
Darin ist eine
reichhaltige archäologische Abteilung unte
gebracht, die wertvolle geschichtliche Zeugnisse
und Fundstücke aus dem Gebiet zeigt, die aus
2000 v. Chr. bis ins späte Mittelalter stammen.
Das Kloster beherbergt Freskenmalereien aus
dem 14. und 15. Jh., unter anderem den
herrlichen Zyklus Sant'Orsola von Tomaso da
Modena und weitere wertvolle Gemälde, die bis
zum 19. Jh. entstanden sind, darunter Werke von
Bellini, Lotto, Tiziano und Tiepolo.
Außerdem
kamen einige trevisanische Meisterwerke des 20.
Jhs. von Gino Rossi und Arturo Martini aus der
Gemeindegalerie für Moderne Kunst hinzu.
Arturo Martini wurde 1889 in Treviso geboren
und stellte mit seinem revolutionären Werk die
Gesetze der Bildhauerkunst auf den Kopf: dabei
benutzte er die unterschiedlichsten Materialien:
vom Holz und Stein bis zur Tonerde und Bronze.
Die Casa dei Carraresi war im 14. Jh. eine
Herberge, die den Reisenden Verpflegung bot.
Auf der Fassade ist noch das Wappen des
Adelsgeschlechts Da Carrara zu sehen, das nicht
so sehr an die Verwendung des Gebäudes als
Wohnsitz der Familie erinnert, sondern als Sitz für
die geschäftlichen Aktivitäten ihrer Verwalter.
Das Gebäude in romanischem Stil weist in den
Innenräumen verschiedene mittelalterliche
Freskenmalereien auf.
Jetzt dient es als Veranstaltungsort
für interessante Begegnungen,
Seminare und vor allem Ausstellungen, die ein
internationales Publikum zusammenführen.
Die Geschichte
von Treviso
erschließt sich
dem Besucher
zwischen den
herrlichen, mit
Fresken bemalten
Häusern,
Bogengängen und
stillen Kanälen, wo die Wasser des Sile, des längsten
Karst-Flusses von Europa, verträumt über die
Stadtmauern hinaus, durch landschaftliche Oasen,
inmitten von altertümlichen Mühlen und Villen
dahinfließen.
Das urbane Gefüge von Treviso stellt
die Höchstform einer Stadt dar, die für den
Menschen geschaffen wurde: Das pulsierende Herz
der Altstadt ist die Piazza dei Signori, ein Freiluftsalon,
in dem sich die Einwohner von Treviso gern
treffen, um zu plaudern ("ciacolare" im hiesigen
Dialekt).
Der zwischen 1874 und 1877 erbaute
Palazzo della Prefettura und der eindrucksvolle
Stadtturm mit der charakteristischen Glocke
"Campanòn" bilden den Rahmen.
An der Piazza
steht auch eines der Wahrzeichen der Stadt, der
Palazzo dei Trecento, ein Gebäude in romanischem
Stil, das Anfang des dreizehnten Jahrhunderts
errichtet und nach dem Bombenangriff vom 7. April
1944 restauriert wurde.
Zu erwähnen ist auch der
Palazzo del Podestà im Renaissancestil der
Lombardei, der aus dem Jahr 1491 stammt und im
letzten Jahrhundert bedeutsame Veränderungen
erfahren hat.
Den Abschluss der Piazza bildet der
Calmaggiore, dessen Name sich von dem
lateinischen "Callis maior" ableitet.
Die Straße unter
dem herrlichen Bogengang führt von der Piazza dei
Signori direkt zum Dom.
In der Römerzeit deckte sie
sich mit dem Cardo Maximum, und kürzlich wurde
(unter einem Geschäft) ein Stück der alten
Straße-sie kann auf Wunsch besichtigt werden - in
dem Gebiet entdeckt, das sich nicht nur zufällig
Galleria Romana nennt.
An der Kreuzung zwischen
Cardo und Decumano steht hingegen die romanische
Loggia dei Cavalieri, die unter Andrea da
Perugia entstand und von einer reichen Freskenmalerei
verschönt ist, die kürzlich restauriert wurde.
Treviso hatte
schon in der
Römerzeit eine
Stadtmauer, aber
die heutigen
Überreste gehen
auf das
sechzehnte
Jahrhundert
zurück, als zuerst Fra' Giocondo und dann
Bartolomeo D'Alviano im Auftrag der Venezianischen
Republik zu ihrer Verbesserung und
Vergrößerung beitrugen.
Noch heute sieht man
den Erdwall, der von einer dicken, 4 Kilometer
langen Ziegelmauer bedeckt ist, und die runden
Wachtürme mit den halbversteckten Schießscharten,
die an die bedeutsame Rolle erinnern,
die die Stadt als Bollwerk der Verteidigung in
den Zeiten der Serenissima innehatte. Amüsanterweise
ist diese Wehranlage heute der ideale
Ort für Spaziergänge und Jogging vor der
eindrucksvollen Kulisse der grünen Flusslandschaft.
Sehenswert sind schließlich die drei
prächtigen Stadttore San Tommaso, Santi
Quaranta und Altinia: ein fast triumphaler
Eingang in die Hauptstadt der Marca.
Der Schriftsteller
Giovanni
Comisso
bezeichnete den
Dom als "Kleinen
Vatikan": Außer
der Kathedrale
umfasst er auch
eine Taufkapelle,
den Bischofssitz und die Pfarrhäuser.
Die nach
dem heiligen Petrus benannte Kathedrale wurde
ursprünglich im elften bis zwölften Jahrhundert
erbaut (die romanische Krypta wurde nämlich
wahrscheinlich im Jahr 1030 vollendet), aber das,
was wir heute sehen, geht hauptsächlich auf den
Wiederaufbau in Stil der Spätrenaissance zurück,
der im achtzehnten Jahrhundert durchgeführt
wurde.
1836 wurde indessen die Vorhalle
hinzugefügt, die mit ihrer weitläufigen Treppe die
Fassade prägt. Der Horizont des Bauwerks wird
hingegen von sieben Kuppeln skandiert, von
denen fünf auf der Höhe der Mittelschiff-Achse
liegen. Unter den vielen Kunstwerken, die im
Innern der Kirche enthalten sind, muss besonders
die "Ankündigung" von Tiziano erwähnt werden,
dieses prachtvolle Gemälde, das der Künstler aus
Pieve di Cadore in den Dreißiger Jahren des
sechzehnten Jahrhundert geschaffen hat.
Öffnungszeiten: vormittags bis 12 Uhr, nachmittags
von 15 bis 18 Uhr (nicht während der Gottesdienste)
Der "Schwarze
Tod", die
Pestepidemie, die
Europa in der Zeit
zwischen 1348
und 1350
heimsuchte,
unterbrach die
Bauarbeiten an
der Kirche San Nicolò, die von den
Domenikanermönchen Anfang des vierzehnten
Jahrhunderts begonnen worden waren und für
die sie das Vermächtnis verwendeten, das der
Papst Benedikt XI., einst Bruder Niccolò
Bocassino von Treviso, ihnen großzügigerweise
hinterlassen hatte.
Nach dem Abflauen der
Todeswelle wurde auf Anregung des
Domenikanerordens der Maler Tomaso da
Modena beauftragt, den Kapitelsaal des Klosters
mit Fresken zu bemalen: Die Portraits der
höchsten und ruhmvollsten Domenikanermönche
blicken immer noch von diesen alten Mauern
herab - wobei der bebrillte Ordensbruder, der
neugierig in den Seiten eines Buches blättert,
nicht zu übersehen ist... Wahrscheinlich handelt
es sich um die erste Darstellung eines Brillengestells
in der Kunstgeschichte.
Der Innenbereich der
Kirche zeichnet sich durch eine warme und helle
Atmosphäre und eine hervorragende Akustik
aus, die den Bedürfnissen eines Predigerordens
wie dem der Domenikaner bestens entsprach.
Eine andere bei den Trevisanern sehr beliebte
Kirche ist San Francesco, deren würdevoller Stil
gut zu den Idealen der Einfachheit und des
Wesentlichen passt, die dem Franziskanerorden
so am Herzen liegt, was besonders in der
Innenausstattung auffällt, wo nackte
Bachsteinwände und ein mattes Licht ein
ausgeglichenes und tief spirituelles Ambiente
schaffen.
Unter den hier bewahrten Werken ist
besonders das Grab von Francesca Petrarca, der
Tochter des berühmten Dichters, im rechten
Kirchenschiff zu erwähnen, die 1384 in Treviso
verstarb, während im linken Kirchenschiff die
Freskenmalereien von Tomaso da Modena und
einiger seiner Schüler zu bewundern sind.
Öffnungszeiten: vormittags bis 12 Uhr, nachmittags
von 15 bis 18 Uhr (nicht während der Gottesdienste)
Die erste
Universität von
Treviso wurde um
das Jahr 1263
gegründet, aber
die verschiedenen
Akademien
entstanden
hauptsächlich im
achtzehnten Jahrhundert.
Heute hat die
Universität ihren Standort dort, wo sich einst das
Hospiz Santa Maria dei Battuti befand, das den
Armen und den Pilgern Hilfe und gastliche
Aufnahme bot.
Auf derselben Stelle wurde dann
das Krankenhaus von Treviso eingerichtet, und
erst kürzlich hat der Gebäudekomplex dank der
Stiftung Cassamarca seine neuen Funktionen als
neue Universität von Treviso übernommen, einer
ausgelagerten Filiale der Universitäten von Padua
und Venedig.
Man sollte unbedingt einen
Spaziergang in dem neuen Viertel "Quartiere
Latino" unternehmen, das auf harmonische
Weise Tradition mit Innovation verbindet und an
betriebsamen Sommerabenden ein beliebter
Treffpunkt für die Jugend von Treviso ist.
Treviso ist die Hauptstadt der "Marca gioiosa et amorosa" und hat nicht nur eine Altstadt zu bieten, die reich an sehenswerten Attraktionen ist, sondern auch viele einheimische Produkte, die man in den Restaurants, den legendären Trattorien oder den charakteristischen Osterien kosten kann, wo eine Verschnaufpause obligatorisch ist, um an einem Gläschen Wein (hier liebevoll "Ombra"- Schatten - genannt) zu nippen, das von einem leckeren "Cicchetto" begleitet wird.
Ein reichhaltiges Spektrum an einzigartigen Erzeugnissen vom Radicchio Rosso, dem unangefochtenen Star der guten Küche, über die einheimischen Käsesorten wie dem cremigen Casatella Trevigiana, die berühmten Weine der Marca bis hin zu der köstlichen Nachspeise Tiramisù: ein genussvolles Wochenende der Gaumenfreuden.
Für Auskünfte bezüglich der vereinbarten Hotels und der Buchungen, wenden Sie sich bitte an:
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(9.30 - 12.30 / 14.30 - 18.00 da lun. a ven.)
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Web: www.xevents.it
Treviso ist die Hauptstadt der gleichnamigen "Provincia" und 30 Km von Venedig entfernt.
Für die Reise nach Treviso bieten sich folgende Möglichkeiten:
- Über die Autobahn: A27 (Ausfahrt Treviso-Nord und Treviso-Süd); Autobahn A4 (Ausfahrt Cessalto)
- Per Flugzeug: Flughafen Antonio Canova (Treviso), Marco Polo (Venedig)
- Mit dem Zug: Bahnstrecken Venezia-Udine, Venezia-Belluno, Vicenza-Treviso


